Verena Buss

Eines langen Tages Reise in die Nacht
Foto: Alexander Englert

Eines langen Tages Reise in die Nacht

Eugene O'Neill

Schauspiel Frankfurt, 2008
Regie: Christof Nel
Rolle: Mary




„Bild einer desorientierten Gesellschaft“
Eugene O'Neill am Schauspiel Frankfurt
Bruno Russ, www.main-spitze.de, 17. März.2008

„ […] Wir sitzen auf der Bühne des Frankfurter Großen Hauses, und das Karree in
der Mitte hebt sich und senkt sich. Das eine wie das andere gehört als Sinnbild zu
der Aufführung: Alles findet in einem dauernd veränderten Raum statt, in Unsicher-
heit, ja Ortlosigkeit, und alles bewegt sich hier auf schwankendem Boden.

Fraglos im Mittelpunkt die Mutter. Alle beobachten sie, und sie beobachtet, wie
alle sie beobachten: Verena Buss. Ihre verzweifelten Blicke in den Spiegel, auf ihre
kranken Hände, ihr Versteckspiel mit der Morphiumsucht, ihre Trauer um das ver-
lorene frühe Kind, ihre Anklagen, ihr Negieren von Edmunds tödlicher Krankheit,
das Zurückfallen in die Träume der Jugend, Pianistin oder Nonne – alles so glaub-
haft, so abwesend und benommen, dass man gar um die Schauspielerin fürchtet,
wenn sie am Eisernen Vorhang sich entlangtastet. […] “