Verena Buss

Bunbury
Foto: Leonhard Zubler

Bunbury

Oscar Wilde

Schauspielhaus Zürich, 2006
Regie: Werner Düggelin
Rolle: Lady Bracknell



„Gott ist nicht beleidigt“
Köpf- und Kopfspiele: Bergs „Wünsch dir was“ und
Wildes „Bunburry“ in Zürich Gerhard Stadelmaier,
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2006
 
„ […] Düggelin, der große Wäger, zeigt, was Pointen kosten: große menschliche
Mühe. Aber er zeigt dies auf dem Niveau Oscar Wildes: ungemein leicht. Mira
Bartuschek als Gwendolen und Cathérine Seifert als Cecily reißen sich an den
Haaren, beißen sich in die Arme, kabbeln sich auf dem Boden, als jede irrtümlich
meint, sie hätten sich beide in denselben Mann „Ernst“ verliebt. Und Verena Buss
als eheverhindernde Lady Bracknell zeigt die üblichen Bracknell-Eigenschaften:
Arroganz, Dünkel, und das Meine-Tochter-heiratet-in-keine-Reisetasche-hinein!-
Standesbewußtsein. Aber die Damen sind bei aller Burschikosität wie von einer
leicht fließenden Wehmut umweht. Als sei es nicht wenig, sich Herz und Hirn so
ganz vom Zufall der Komödie bestimmen zu lassen, der sich dann auch noch als
absolute, alles lösende dramaturgische Vorsehung herausstellt. Aber diesen Preis entrichten sie lächelnd, strahlend. Aber auch staunend – so selbstverständlich
göttlich, als brauchten sie dazu nichts Höheres als nur sich selbst. Da könnte ein
Gott schon mal ins Grübeln kommen. Den Kopf aber braucht er nicht zu verlieren.“

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„Unernst sein ist wichtig“
Werner Düggelin lässt Oscar Wildes „Bunbury“ brillieren
Barbara Villiger Heilig, Neue Züricher Zeitung, 2. Oktober 2006

„ […] Wenn dann später die Lady, deren permanent surrende Erregung Verena Buss
immer knapp vor der Explosion hält, ihre Gurkensandwichs reklamiert, springt der
Butler ein, als hätte er das Stichwort memoriert: Siggi Schwientek, kerzengerade und
von Francesca Merz standesgemäss nobel eingekleidet, erklärt stoisch, Gurken seien
heute leider Mangelware in London. […] “

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