Verena Buss

Der Tausch
Foto: G. Amos

Der Tausch

Paul Claudel

Staatstheater Darmstadt, 1990



„L'échange“
Harenberg Schauspielführer

„ […] Das Werk „Der Tausch“, das 1893/94 entstandene, meistgespielte
Stück Claudels, nimmt eine Sonderstellung in seinem Werk ein, denn
es ist nach aristotelischen Regeln konstruiert: Die Einheit von Raum und
Zeit ist gewahrt, und zwei Paare stehen sich in klassischer Konstellation
gegenüber.    

 

 

    


1952 überarbeitete Claudel sein Stück für eine Inszenierung Jean-Louis
Barraults. 1990 hat Verena Buss am Staatstheater Darmstadt, die Symbolik
des Spiels betonend, ein zeitloses Seelendrama auf die Bühne gebracht.“





„Wie soll man es denn machen?“
Peter Iden, Frankfurter Rundschau, 8. Dezember 1990

„ […] Es ist keine Frage, daß die Inszenierung für die Rolle der Frau Laines,
Martha, ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit, ja: Zuneigung aufbringt. Für
sie findet Verena Buss das vielleicht rührendste Bild: Eingeklemmt zwischen
der Reproduktion eines Gemäldes von Piero (der berühmten „Verlobung“
aus der Brera) im Rücken und einem gepackten Karton vor sich, hockt das
Mädchen, nachdem Laine sich getrennt hat von ihr, gleichsam zwischen
Ideal und armer Habseligkeit. Solche stillen, fast zeremoniellen Augenblicke,
die alle Bewegung anhalten und sammeln, gliedern die Aufführung als ma-
gische Inbilder. Sie setzt sich ab gegen jenes Theater der Effekte, es könnte
freilich sein, daß sie mit ihrer leisen Inständigkeit länger nachwirkt in ihren
Zuschauern.“